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| | Die Meistersinger Von Nürnberg€ 45.41 DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG.
- 4 Bewertungen: 5.0

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Die Meistersinger Von Nürnberg
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| | | | Eigentlich bleibt nichts mehr zu sagen als den vorliegenden Rezensionen zuzustimmen. Auch ich würde dieser Aufnahme den Preis zuerkennen da völlig aus einem Guß. Orchester und Solisten, homogen wie sonst nirgends, bieten ein romantisches Klangbild ohne Pathos oder Sentimentalität. Auch wenn Karajan ähnlich musizieren lässt, so ist doch besonders wegen des Duos Sachs / Beckmesser diese Aufnahme vorzuziehen, wie auch der Einspielung unter Solti. (Ohne diesen Produktionen ihre Qualität absprechen zu wollen).
| | Besser geht es nicht - Die Meistersinger-Aufnahme !!! Die Meistersinger von Nürnberg habe ich als Verehrer von Richard Wagner lange Zeit stiefmütterlich behandelt, da ich keine Aufnahme fand, die meine Anforderungen richtig erfüllen konnte. Mit dieser Aufnahme aus dem Jahre 1967 hat sich das geändert.
Was Rafael Kubelik, seine Solisten sowie Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunkes hier gezaubert haben, sucht seinesgleichen. Sogar die Einspielung von Herbert von Karajan mit der Staatskapelle Dresden aus dem Jahre 1970 bleibt deutlich hinter dieser Aufnahme zurück.
Thomas Stewart als Hans Sachs hat eine einmalig schöne Stimme; Sandor Konya als Stolzing und Franz Crass als Veit Pogner stehen ihm in Nichts nach. Besonders begeistert hat mich aber Thomas Hemsley als Sixtus Beckmesser. Er singt seinen Part nicht so kantig und scharf, sondern eher eifersüchtig, was ja wohl auch die Intention von Richard Wagner war, als er diese Figur schuf. Dazu kommt mit Gerhard Unger ein David, wie er besser nicht sein kann.
Die weiblichen Rollen wurden mit Gundula Janowitz (Eva) und Brigitte Fassbaender (Magdalene) ebenfalls hervorragend besetzt.
Diese Aufnahme rechtfertigt für mich den sicherlich hohen Preis, da sie für mich wirklich einmalig und die derzeit beste Meistersinger-Aufnahme ist. Ich werde diese Aufnahme hüten wie meinen Augapfel und mich von meinen anderen - sicherlich nicht schlechten Aufnahmen - auf alle Fälle trennen, da an dieses Werk keine auch nur im entferntesten herankommt.
| Die Belcanto-Meistersinger Richard Wagner stellte sich von den Sängern seiner Opern einen "Deutschen Belcanto" vor. An dieser Radio-Aufnahme von 1967 hätte er sicher seine Freude gehabt, Auf keiner anderen Aufnahme der Meistersinger wird durchgehend so schön gesungen. Übermäßig dramatisch ist sie allerdings nicht:
Rafael Kubelik legt den Sängern einen weichen Orchesterteppich - nicht zu laut, mit mäßigen Tempi. Er betont so weniger die dramatischen und mehr die romantisch-zarten Seiten der Oper. Dazu passen die Sänger:
Thomas Stewart ist ein jugendlich-viriler Sachs mit einer einmalig schönen Stimme. Seit Friedrich Schorr und Hans Hermann Nissen ist die Rolle nicht mehr so elegant gesungen worden. Stewart ist sowohl in den philosophischen als auch den volkstümlichen Szenen überzeugend. Allenfalls klingt er etwas zu jung.
Sandor Konya singt den Stolzing mit träumerischem Ton und italienischem Stimmklang. Selten habe ich das Preislied liebevoller gehört oder das "Fanget an" jugendlich überschwänglicher. Ein bisschen weniger Akzent und etwas mehr Metall in der Stimme für das Finale des ersten Akts würden das Glück vollkommen machen. Gundula Janowitz passt ideal zu Konya - eine sehr sanfte, frauliche Eva mit silbern schimmernden Timbre.
Thomas Hemsley singt den Beckmesser mit fast tenoralem Schmelz ausnehmend schön und gestaltet die Rolle eher schmierig als giftig.
Dazu kommt mit Franz Crass ein fast zu sympathischer, einmalig ausdrucksvoller Pogner, mit Gerhard Unger ein bewährt quirliger David. Auch die restliche Besetzung ist ausnahmslos erstklassig.
Die Aufnahmetechnik ist sicherlich nicht so gut wie bei einer Plattenaufnahme, stört aber nicht, zumal die Sänger relativ weit in den Vordergrund gerückt sind, was ihnen Gelegenheit gibt, zu singen ohne forcieren zu müssen.
Fazit: Eine der schönsten Gesamtaufnahmen der Meistersinger, die einzige, bei der man bei den Sängern keinerlei Kompromisse machen muss. Ob sie auch so einmalig ist, dass der extrem hohe Preis gerechtfertigt ist, da bin ich mir nicht ganz sicher. Immerhin gibt es ja auch noch die zweite Solti-Aufnahme, die insgesamt ganz wunderschöne (und sehr lebendige) Sawallisch-Einspielung oder die leider derzeit nicht erhältliche Kempe-Aufnahme.
| | Eine der schönsten Meistersinger-Aufnahmen Für Radio-Hörer aus Bayern ist das Wiederhören dieser Aufnahme mit schönen nostalgischen Gefühlen verbunden. Die GA und Ausschnitte hörte man oft im Bayerischen Rundfunk. Nun wurde sie endlich veröffentlicht und das Warten hat sich gelohnt. Die Charakteristik der Rundfunkaufnahme kann natürlich kein remastering verwischen, doch was der Firma arts gelungen ist, lässt sich hören: Das ist das pralle Nürnberger Leben. Natürlich ist die Dynamik relativ klein und die Stimmen sehr präsent, aber diese Natürlichkeit erlaubt auch ein Hören ohne Reglerschrauben. Die Durchhörbarkeit in den ja eigentlich garnicht durchhörbaren Ensembles ist überraschend und die klanglichen Höhepunkte zu den Aktschlüssen kommen durchaus kraftvoll. Rafael Kubelik, dem immer das Etikett des böhmischen Musikanten angehängt wird, zeigt sich hier von einer anderen Seite: Ernsthaft und groß kommen seine Meistersinger daher, wo heute das Stück immer schneller und leichter genommen wird. So als ob Furtwängler Pate gestanden hat. Wenn seine Meisteringer auflaufen, kommt das kraftvoll und mit dem gebotenen Pathos. Die Ernsthaftigkeit und Innerlichkeit der gesamten Interpretation lässt dann aber auch wiederum die problematische Schlussansprache des Sachs mit dem kongenialen Thomas Stewart in dem Licht erscheinen, wie es Wagner wohl ursprünglich gemeint hat: Als Appell zur Erhaltung der deutschen Kunst (das er die Umdeutung ins nationalpopulistische wohl als verkaufsfördernd geduldet hat, ist wiederum eine andere Sache). Bis auf eine noch zu erläuternde Ausnahme hat Kubelik auch ein Traumensemble, wie es von keiner anderen Aufnahme der neueren Zeit (Karajan, Jochum, Sawallisch, Barenboim) übertroffen wird. Grandios Thomas Stewart als Sachs, ein Wotan auf dem Schusterschemel. Der mir sonst unbekannte Thomas Hemsley gibt ihm kräftig kontra, sein Beckmesser ist böse, ohne Karikatur a la Benno Kusche oder Geraint Evans zu sein, ist aber auch kein balsamischer Gutmensch a la Prey oder Schmidt. Die nächtliche Szene zwischen beiden ist ein Kabinettstück. Janowitz und Faßbender als Luxusbesetzung. Monumentale Bässe wie Franz Crass und Kieth Engen, Lenz als David und auch die Meistersinger mit Meistersängern besetzt, das macht Freude. Sandor Konya singt den Stolzing mit Schmelz und Italianita, ein bißchen knödelt er aber und da würde ich eine Lanze für den jungen Kollo brechen.Insgesamt eine Top-Aufnahme, 4,5 Stunden pralles Alt-Nürnberg und insgesamt m.E. die beste Stereo-Aufnahme. Dazu der Hinweis, das in gleicher Ausstattung eine Parsifal-Aufnahme von 1980 vorliegt, die auch lange im Rundfunkarchiv schlummerte und auch zu den schönsten Aufnahmen zählt (Kubelik, King, Moll, Weikl, Minton).
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